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Die Naturheilvereine und Kleingartenanlagen der Amtshauptmannschaft Schwarzenberg

Wurde bis hierher die Entwicklung der zwei Auer Naturheilvereine und ihrer Gartenanlagen verfolgt, richtet sich jetzt der Blick zurück auf einige Nachbarorte.
Naturheilvereine bestanden u. a. seit 1886 in Schneeberg, 1889 in Schwarzenberg, 1893 in Zschorlau, 1898 in Lößnitz und seit 1906 in Zwönitz (Amthauptmannschaft Stollberg).

Eine Übersicht aus dem Jahre 1911 erwähnt die Vereine, welche "wegen ständiger Zurück-setzung und unangemessener Eingriffe in die Vereinsangelegenheiten" seitens der Zwickauer Bundesgruppe die "Obererzgebirgische Bundesgruppe" des "Bundes für naturgemäße Lebens- und Heilweise" unter maßgeblicher Mitwirkung des Auer Vereinsvorsitzenden Richard Hauck gründeten.

Aue, Naturheilverein I; Beierfeld

Schneeberg; Schwarzenberg und Neuwelt

Oberschlema; Bernsbach

Niederschlema; Erla

Schönheide; Lauter

Hundshübel; Eibenstock

Die genannten Vereine repräsentierten etwa 1450 Mitglieder.

Man darf annehmen, daß die nichtgenannten Vereine Prießnitz-Aue, Naturheilverein Lößnitz oder Naturheilverein Zschorlau dieser Bundesgruppe noch beitraten.

Mit der Gründungsversammlung vom 12. Nov. 1911 war die erste (Bezirks)- Organisation der Kleingärtner innerhalb der Naturheilvereine mit Sitz in Aue errichtet worden.

Weitere Belege über diese Bundesgruppe ließen sich nicht finden, aber die Existenz der Gruppe "Obererzgebirge" wird in dem bereits erwähnten Austrittsbeschluß des Naturheilvereins I Aue vom 9. März 1919 erwähnt und damit bestätigt, allerdings führte dieser Beschluß vermutlich zu ihrer baldigen Auflösung.

Die Kleingarten- und Kleinpachtlandordnung vom 31.7.1919 war eins der ersten von der Nationalversammlung verabschiedeten Gesetze, gab eine sichere Grundlage für die kleingärtnerische Nutzung, insbesondere über Pachtpreisbindung und Unkündbarkeit der Pachtverträge.
Diese Zuwendung zu einem sozial verpflichteten Kleingartenwesen hat uns bis in die heutige Zeit in einem immer fester gefügten gesetzlichen Rahmen historisch begleitet. Dieser Rahmen bis zum Bundeskleingartengesetz gab und gibt die so notwendige Sicherheit im Kleingartenwesen.

Diese gesetzliche Regelung fiel in die Zeit der Neugründung (z. B. Zwönitz 1920) oder der Erweiterung bestehender Gartenanlagen (Eichert I) als unmittelbare Kriegsfolge.

Sie bot der durch Inflation verarmenden Bevölkerung den wirksamen Bestandsschutz für ihre Gartenparzelle.
Unter den Neugründungen in Aue seien die Erwerbslosengärten "Heiterer Blick" an der alten Johanngeorgenstädter Straße, "Lumbachtal" und Kleingarten- u. Schreberverein "Bergeshöhe" erwähnt, "Obere Bahnhofstraße" Lößnitz oder "Erholung" Affalter entstanden im gleichen Zeitraum.

In dieser schwierigen wirtschaftlichen Lage beschäftigten die Vorstände nicht nur Pacht-, Steuer- oder Versicherungsfragen. Unter großen Opfern entstanden durch Spenden, Anteilscheine und Arbeitsleistungen der Gärtner ab 1922 die "Gartenlaube" bei Naturheilverein I und 1926 das "Prießnitzheim". Beide Vereinsheime betrieben neben öffentlichen Gaststätten allseits beliebte Kegelbahnen.

Im September 1923 warb der "Verband der Garten- und Schrebervereine Zwickau und Umgebung" um den Beitritt weiterer Kleingartenvereine. So beschloß der Auer Naturheilverein I zur Mitgliederversammlung am 8. Dezember 1923 den Eintritt in diesen Kleingärtnerverband. Ab 1923 traten auch viele andere Vereine dem Verband Zwickau bei. Der gleichzeitige Beschluß, aus dem Obstbauverein zu Jahresende 1923 auszutreten, beendete jedoch nicht die weitere Zusammenarbeit.