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Aufbau der Organisation

Mit einer Kreisarbeitstagung im September 1952 begann der Aufbau neuer Organisations-formen, die Vereine erhielten die Bezeichnung:

"Sparte des Verbandes der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter".

Der Aufbau begann von unten nach oben. Gärtner- oder Kleintiersparten bildeten getrennte Orts-gruppen, die einem Kreisverband angehörten und darüberhinaus einen Bezirksverband bildeten.

(Beim Bearbeiten des Quellenmaterials stößt man auf einen Widerspruch beim Begriff "Sparte"; sowohl der einzelne Verein als auch die Fachrichtung wurden als "Sparte" bezeichnet).

Auf einer Kreisdelegiertenkonferenz am 19.8.1953 mit dem Sekretär des Bezirksverbandes, Kollegen Daller, wurde ein neues Musterstatut mit den nötigen Erläuterungen den Delegierten zur Kenntnis gebracht und an die Sparten übergeben.

Dem übergeordneten Bezirksverband war kein langes Leben beschieden, die Bezirkskonferenz vom 22. August 1953 gab die Weisung auf Dezentralisierung weiter, die Organisation sollte künftig auf Kreisebene enden. Dieser Weisung wurde heftig widersprochen.

Am 10.10.1954 wurden auf einer Bezirkskonferenz die Bezirksfachkommissionen gewählt.

In den Kreisen wurden die Kreisfachkommissionen gebildet, nachdem 1953 die Bildung einer ständigen Kommission Kleingartenwesen beim Rat des Kreises nicht zustande gekommen war.

Die besorgte Frage von Delegierten, "ob man damit nicht schon wieder beginne, einen großen Apparat aufzubauen", oder die Sorge um die "Spesenfrage der Kommissionsmitglieder" muß man so verstehen, daß der pyramidenartige Aufbau einer Massenorganisation, die in einem Zentralverband gipfeln sollte und deren Gründungskongreß für Mai 1953 nach Leipzig einberufen war, nicht stattgefunden hatte.

In den Protokollen liest man dazu die Begründung, daß der Aufbau der Basis (Sparten, Ortsgruppe, Kreisverband, Bezirksverband) unter Zeitdruck erfolgt war und die Sparten (gemeint waren Fachrichtungen) noch nicht den erforderlichen Stand der Zusammenarbeit erreicht hätten.

Ein Jahr danach, am 30. Juni 1954, wurde die Tätigkeit des nichtgewählten Zentralvorstandes beendet und die Arbeit auf die "Zentralen Fachkommissionen" übertragen.

Heute glaubt man, dabei einen politischen Hintergrund zu erkennen, warfen doch die politisch-ökonomischen Anforderungen, die den Arbeiteraufstand des 17. Juni 1953 provozierten, ihre Schatten. Die Führung der DDR fürchtete eine Massenorganisation mit mehreren Millionen Mit-gliedern, auf deren politische Ausrichtung nur ungenügend Einfluß genommen werden konnte.

Der territorialen Neugliederung unseres Landkreises entsprechend, spaltete sich 1953 ein selb-ständiger Kreisverband Schwarzenberg ab und 1954 erfolgte die Ausgliederung von Schneeberg mit Schlema, Grießbach und Lindenau. Im Gegensatz zu dem Schwarzenberger Kreisverband, nahmen die Schneeberger Freunde (durch Koll. Erich Kretzschmar) weiter an den Kreis-delegiertenkonferenzen der Auer Kreisorganisation als Gäste teil.

Die Arbeit in Ortsgruppen wird zu dieser Zeit nicht mehr erwähnt, bereits bei ihrer Gründung, dem Aufbau der Organisation "von unten nach oben", hatte es in Städten, wie Aue, Schwierig-keiten bei der Abgrenzung ihrer territorialen Zuständigkeit gegeben. Durch die wesentliche Verkleinerung der Kreisorganisation wurde der direkte Kontakt zu den Sparten möglich.

Die Aufgabe der Kreisverbände bestand darin:

  • Grundstücke zur Weiterverpachtung an seine Mitglieder zu pachten
  • Die Mitglieder mit Düngemitteln, Futtermitteln, Saatgut ,Geräten, Pflanzenschutzmitteln und allen notwendigen Materialien zu versorgen.
  • Die Mitglieder kostenlos versorgen.
  • Versicherungen abzuschließen.
  • Ausbau und Förderung des Pflanzenschutzes, Vogelschutzes und der Schädlingsbekämpfung.
  • Betreuung der Orts- und Betriebssparten.

Die Vereine mußten an Hand von Berichtsbögen an den Kreisverband Aue Meldung erstatten über die durchgeführten Versammlungen, Schulungen, Tierbesprechungen, Gartenfesten, geleisteten NAW-Stunden usw.

Aus den Protokollen der Kreisvorstandssitzungen lassen sich an der Basis Gegensätze, Differenzen, Kompromisse erkennen, die den Weg zur Gründung des "Verbandes der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter" (VKSK) und seines Zentralvorstandes, mit Sitz in Berlin, ebneten. Auf Initiative der Zentralen Fachkommissionen der Fachrichtungen wurde am 28./29. Nov. 1959 in Leipzig der "VKSK" mit seinerzeit 850 000 Mitgliedern gegründet.