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Bericht der Fachberatung

Liebe Gartenfreundinnen, liebe Gartenfreunde, werte Gäste,

die Schauspielerin Helen Heyes sagte einmal, "wir hören nicht auf zu spielen, weil wir alt werden, wir werden alt, weil wir aufhören zu spielen", treffender kann man den Lebensinhalt von uns Gärtnern nicht beschreiben. Bevor ich aber jetzt weiter über die schönen Seiten unseres Gartenalltags philosophiere, und wir zu dem an dieser Stelle üblichen Rückblick auf das Gartenjahr 2013 kommen, möchte ich kurz auf unsere Samentauschbörse eingehen.

Wir möchten dieses Ereignis als einen festen Bestandteil unserer Jahreshauptversammlungen etablieren. Die Pause kann also genutzt werden zum kennen lernen und zum regenTausch von Stauden-, Gemüse- und Kräutersamen. Ich könnte mir auch vorstelle, dass die Fachberatergruppe des Kreisverbandes, das Auer Stadtfest mit einer Pflanzen und Samentauschbörse bereichert.

 

Liebe Gartenfreundinnen, liebe Gartenfreunde,

unserer Jahreshauptversammlung findet immer zu einem Zeitpunkt statt, an dem wir Gärtner lieber voraus, als zurück schauen möchten.

Nach der "Winterruhe" lockt das herrliche Wetter, (Temperaturen über 25 Grad C gelten in der Meteorologie als Sommertage) zum Start in das neue Gartenjahr. Unter dem Motto, "nur der frühe Vogel, fängt den Wurm" gab es ja in unseren Gärten viel zu tun, der Frühjahrsputz, das Beschneiden, man spricht auch vom verschneiden der Obstgehölze (leider sehen viele Obstbäume in unseren Gärten so aus). Auch ein kritischer Blick und die Kontrolle auf Schadbefall sind wichtig. Bei Kräuselkrankheit oder Monilia ist eine Behandlung nur im frühen Knospenstadium sinnvoll und erfolgreich. Wenn wir im Kleingarten zugelassenen Pflanzenschutzmittel anwenden dann richtig, also die richtige Menge, zum richtigen Zeitpunkt.

Viel hilft viel ist der völlig falsche Ansatz und bringt, wenn überhaupt kaum Erfolg und belastet nur unsere Umwelt. Die Firma Neudorff hat uns freundlicher weise Informationsmaterial bereit gestellt, welches Euch und den Gärtnern unserer Vereine den richtigen Umgang nahe bringen soll.

Ich möchte heute die Gelegenheit nutzen und darauf hinweisen, wie wichtig die Arbeit der Fachberater in jeden Verein ist! Nicht umsonst ist der Fachberater ein wichtiger Bestandteil für die Gemeinnützigkeit der Vereine und das sollte nicht nur auf den Papier so sein. Wir als Kreisverband geben allen Vereinen und deren Fachberatern jegliche Unterstützung bei der Umsetzung dieser wichtigen Aufgabe. Der Landesverband bildet im Rahmen des 150 Stunden Lehrganges Fachberater aus, ein Dank an unsere beiden Teilnehmer dieser Veranstaltung.

Wir als Kreisverband bieten den Fachberatern, den Wertermittlern und dieses Jahr neu auch interessierten Gartenfreunden - also Euren Fachberatern von morgen - umfangreiche Weiterbildungsmöglichkeiten. In unserer ersten Fachberaterschulung 2014 geht es um robuste Obstsorten für den Kleingarten. Im September werden wir uns mit dem Boden beschäftigen. Auf Wunsch vieler Fachberater werden wir uns spätestens beim Fachberater 2015 ausführlich mit dem Thema Pflanzenschutz und Ökologie befassen.

Damit wir auch in Zukunft diesen Standard halten und verbessern können, setzen auch wir uns jedes Jahr auf die Schulbank und nehmen an den Weiterbildungsmaßnahmen des Landesverbandes und des Bund Deutscher Gärtner für Fachberater teil.

Unsere Ziele für 2013 haben wir alle erreicht. 20L4 werden wir den eingeschlagenen Weg fortsetzen.

Darüber hinaus haben sich zwei ausgebildete Fachberater bereit erklärt, den Sachkundenachweis für Pflanzenschutz abzulegen und die Ausbildung zum "Pflanzendoktor" abzuschließen.

Uns als Kreisverband liegt dies sehr am Herzen. Diese Abschlüsse sind sehr wichtig, für die kontinuierliche Weiterbildung der Fachberater in den Vereinen, für unsere Öffentlichkeitsarbeit und für die Vorbereitung und Durchführung der Landesgartenschau nächstes Jahr in Oelsnitz.

Die entsprechenden Anmeldungen beim Landesverband durch den Kreisverband sind erfolgt.

Die Fachberatergruppe hat auch 2013 wieder gut Arbeit geleistet. Der Arbeitsplan wurde realisiert. Lediglich bei den Gartenbegehungen haben wir unser Ziel nicht ganz erreicht. Grund dafür waren die Ausfälle einiger Gartenfreunde der Fachberater Kommission aus gesundheitlichen Gründen. Auch 2014 deuten sich diesbezüglich wieder einige Einschränkungen an. Ich gehe aber davon aus, dass wir ab Mai unsere Arbeit fortsetzen können. Starten werden wir mit dem KGV "Reichsbahn Oelsnitz". Mitte April sollen die Planungsunterlagen für den Kleingärtnerischen Bereich der LGS vor liegen. Wir werden diese Begehung nutzen um als Fachberater Kommission aktiv in das Abenteuer Landesgartenschau zu starten.

 

Liebe Gartenfreundinnen, liebe Gartenfreunde,

anders als in diesem Jahr, wollte der Winter 2013 einfach kein Ende nehmen. Als dann Anfang Mai die Temperaturen langsam anstiegen und der Frühling erwachte, trugen unsere Obstgehölze eine üppige Blumenpracht, leider war es aber für unsere Gartenhelfer, die für die Befruchtung zuständig sind einfach zu kalt. Aber auch bei den selbst fruchtenden, wie z.B. Wein, gab es vor allem bei den sehr frühen Sorten große Ausfälle.

Die langanhaltenden Niederschläge bis weit in den Juni hinein, brachten Hochwasser, viele Kleingartenanlagen wurden Opfer der Fluten. Der viele Regen und die relativ niedrigen Temperauren war die idealste Brutstätte für das "Böse", dass über uns herfiel.

Pilzerkrankungen an unseren Obstgehölzen in einem Ausmaß, den ich so bisher noch nicht erlebt hatte. Besonders schlimm war, dass mehrere Pilzerreger unsere Obstgehölze gleichzeitig befallen hatten und die Schadbilder das schlimmste befürchten ließen. Als dann endlich das schönen Wetter vom Norden kommend zu uns fand, war der Spuk schnell vorbei. Die meisten Bäume erholten sich. Die Erträge waren aber sehr niedrig, selbst im gewerblichen Anbau am es in Sachsen, gerade bei den Süßkirschen, zu Ausfällen von bis zu 100 %. Mein Ernte Ergebnis von 9 Kirschen an 3 Bäumen war demzufolge über durchschnittlich.

Das weitere Jahr verwöhnte uns Gartenfreunde, viel Sonne und dazu die richtige Menge an Regen brachten uns traumhafte Erträge bei Beeren, Wein, Kiwi und Gemüse, auch unsere Stauden waren prächtig und der Fehlstart in das Gartenjahr 2013 war schnell vergessen. Bis in den Dezember konnten wir in unseren Gärten werkeln und das Jahr ging zur Neige wie es begonnen hatte, etwas wunderlich, selbst in den Kammlagen des Erzgebirges hatten wir Weihnachten weniger Schnee als Ostern.

 

Liebe Gartenfreundinnen, liebe Gartenfreunde,

zum Abschluss meiner Ausführungen einige Gedanken zur Wertermittlung. Seit Oktober 2013 bin ich Mitglied der Arbeitsgruppe Wertermittlung des Landesverbandes. Eine gute Grundlage für die Fortsetzung der Arbeit des Kreisverbandes bei der Wertermittlung.

Die Arbeit der Vereine bezüglich der Wertermittlung weisen große Unterschiede auf. Viele Vereine nehmen die Sache ernst und setzen die Richtlinien vorbildlich um. Bei einigen Vereinen findet gerade ein Umdenken statt, das ist sehr erfreulich.

Leider gibt es auch Vereine, da entsteht der Eindruck, dass man dort noch nie etwas von der Wertermittlung Richtlinien gehört hat.

Der Gesetzgeber schreibt eine Wertermittlung bei Pächter wechsel zwingend vor, nur im Falle der kompletten Räumung des Gartens durch den abgebenden Pächter, also die gesamten Pflanzen, Baulichkeiten und Bauliche Anlagen - brauchen wir keine Wertermittlung. In allen anderen Fällen hat nach der Kündigung die Wertermittlung zu erfolgen. Im Vordergrund steht dabei die Konformität des Kleingartens hinsichtlich der kleingärtnerischen Nutzung.

Mit dem Pächter wechsel haben die Verein die einmalige Chance, dass alles was nicht der RKGO entspricht und bisher geduldet wurde, vom abgebenden Pächter zu entfernen ist. Unzulässige Bauwerke, unzulässige bauliche Einrichtungen, unzulässige Bepflanzungen, wie Neophyten, Koniferen usw.

Es wird festgestellt, in welchem Zustand befinden sich die Pflanzen, die baulichen Anlagen und die Gebäude des Gartens. Eine Frage wird bei der Wertermittlung immer wichtiger, die Frage nach der Belastung mit Asbest und ähnlichen Schadstoffen. Alles wird von den Wertermittlern genauestens erfasst und Protokoliert.

Mögliche Kosten für die Rekultivierung des Gartens, werden genau ermittelt. Vereine, die diese Möglichkeiten ungenutzt lassen handeln grob fahrlässig - welcher Verein kann sich diese hohen Kosten zwischen 1.000,00 € und 6.000,00 €pro Garten leisten, was werden die Mitglieder sagen, wenn sie diese Ausgaben übernehmen sollen?

Der Gesetzgeber hat dies genau geregelt und schreibt die Teilnahme zwingend vor. Die Kreisverbände sind zur Nachweisführung verpflichtet.

Im Herbst 2014 werden wir wieder neue Wertermittler ausbilden. Die Anmeldungen bitte bis Juli schriftlich an den Kreisverband.

 

Abschließend noch kurz zu unseren PC Wertermittlungsprogramm. Inhaltlich wurde es überarbeitet und dabei die Empfehlungen der AG Wertermittlung des Landesverbandes umgesetzt. Auch bezüglich des Umgang mit Asbest. Bei der nächsten Schulung für Wertermittler werden die CDs bzw. Updates bereitgestellt.

Am Ende meiner Ausführungen ein kurzes Zitat von dem großen Staudengärtner und Philosoph - Karl Förster:

Zur tiefsten Freude an dem, was ist, gehört die Freude, an dem, was wird.

Ich danke für die Aufmerksamkeit.